Exclusiv auf Froschportal.at: Grundlegendes zur Haltung von Moosfröschen von Kriton Kunz
Mit der freundlichen Erlaubnis von Kriton Kunz, einem renomierten Autor für die Zeitschrift Reptilia und des ebenfalls in wenigen Wochen erscheinenden Buches über Thelodermen darf ich hier auf froschportal.at Teile unserer Emailkorrespondenz veröffentlichen. Mein herzlicher Dank hierfür an Herrn Kunz!
Infos zur Thelodermenhaltung vom echten Experten:
Ich selbst halte meine großen Thelodermen (T. corticale, T. bicolor, T. leporosum, T. gordoni) hygienisch in der größten IKEA-Box (ca. 80 x 60 x 40 cm), mit einem Drittel Belüftungsfläche im Deckel aus Gaze und 10 cm Wasserstand als "Bodengrund". (Für T. stellatum, T. horridum, T. licin und T. asperum genügen große Plastikterrarien, „Faunaboxen“, mit ein paar eingestellten Korkrindenstücken). Die sonstige Ausstattung besteht pro Box nur noch aus ein paar großen, senkrecht eingestellten Korkrindenstücken zur Eiablage und einer auf dem Wasser schwimmenden weißen Kunststoffschale, in die ich die Futtertiere gebe - das funktioniert prima, die Frösche sitzen selbst an Fastentagen alle brav auf dem Rand der Schale und hoffen auf Futter ...
Die Tiere fressen recht viel, man sollte also mindestens jeden zweiten Tag füttern, Jungtiere täglich - alle Insekten geeigneter Größe kommen in Frage.
Das Wasser heize ich per Aquarienheizer auf rund 23-25 °C (für T. bicolor genügen ca. 22 °C oder Raumtemperatur), die Lufttemperatur ist entsprechend. Unter diesen Bedingungen fühlen sich die Tiere so wohl, dass sie allabendlich rufen und auch klammern.
Wasserwechsel mit abgestandenem (!) Wasser dann je nach Bedarf alle paar Wochen. Bitte kein frisches Leitungswasser nehmen! Ich füge dem Wasser immer ein Seemandelbaumblatt (Terminalia catappa; Aquaristik-Fachhandel oder Internet) bei, das halte ich für sehr wichtig! Eingewöhnte Tiere sind EXTREM robust und pflegeleicht, wirklich unverwüstlich. Teilwasserwechsel sind nur alle paar Wochen nötig, besonders dann, wenn sich bereits Kaulquappen im Wasser befinden. Diese können direkt im Becken der Adulten aufgezogen werden.
Die Nachzuchten halte ich bei rund 22 °C Wasser- und Lufttemperatur in einer großen, flachen Faunabox. Die stelle ich schräg und fülle nur so viel abgestandenes Wasser ein, dass das obere Viertel der Bodenfläche trocken bleibt. Dort füttere ich abends vor dem Ausschalten des Lichts. Wasserwechsel mit abgestandenem (!) Wasser dann je nach Bedarf alle paar Tage. Und wie oben gilt auch hier: Kein frisches Leitungswasser nehmen! Ich füge dem Wasser immer Stückchen vom Seemandelbaumblatt bei.